Themen der
LESS 2026
Die folgenden Sessions sind erste Impulse und Inhalte für unser Barcamp. Das Programm lebt von euch. In den nächsten Wochen kommen weitere Vorschläge aus der Teilnehmerschaft hinzu. Parallel sind wir bereits mit Referent:innen zu einzelnen Themen im Austausch.
Keynote zur Eröffnung:
Wie Digitalisierung uns vorwärtsbringt – warum Mut zur Veränderung wichtiger ist als High‑End Tools
Carsten Gabbert verbindet als langjähriger Bürgermeister, Digitalisierungsberater und heutiger Regierungspräsident praktische Verwaltungsrealität mit strategischem Gestaltungsanspruch – Erfahrungen, die er auch als Autor pointiert weitergibt. Mit seinem klaren Blick für das Machbare zeigt er, wie Organisationen wirksam modernisiert werden können, wenn mutige Impulse auf pragmatische Lösungen treffen.
Zur Eröffnung von LESS 2026 startet Carsten Gabbert mit einer Botschaft, die aufhorchen lässt: Für echte digitale Fortschritte braucht es nicht sofort KI‑Superlösungen oder komplexe AI‑Agents – oft reichen kluge, bewährte Ansätze, um erstaunlich viel zu bewegen. Mit der Klarheit seines Buches „Was Verwaltung braucht“ zeigt er, warum High-End‑Technik nur funktioniert, wenn Prozesse und Strukturen vorher modernisiert und mutig neu gedacht werden. Er macht deutlich: Der wichtigste Treiber ist nicht Technologie, sondern Lösungsorientierung und der Wille in Bewegung zu kommen. Wer erfahren möchte, wie pragmatische Digitalisierung heute gelingt – und warum gerade jetzt der perfekte Moment dafür ist – sollte seinen Auftakt unbedingt hören.
Keynote: Sinnlose Arbeit?
Kommunikationsexperte Andreas Scheuermann berät seit mehr als 25 Jahren Führungskräfte in Unternehmen und Verbänden. Als Autor zahlreicher Studien zu Themen der Arbeitswelt geht er der Frage nach, wie Arbeit im Unternehmen und in der Gesellschaft sinnvoll gestaltet werden kann.
In den Unternehmen erhöht sich der Veränderungsdruck durch Geopolitik, Digitalisierung und Dekarbonisierung konstant. Eingezwängt zwischen Meeting-Marathons und Change-Theater suchen Führungskräfte mittlerweile selbst nach Orientierung. Was sind die Zukunftsthemen, die angepackt werden müssen – und womit vergeuden wir sinnlos unsere Zeit? Wie können wir Arbeit so produktiv machen, dass wir die kostbare Zeit, die wir als Menschen dafür aufwenden auch nachhaltig gut angelegt haben? Ein Blick nach vorn, der Lust auf echte Arbeit macht.
Keynote zum Abschluss
Anselm Pahnke ist preisgekrönter Dokumentarfilmer und Abenteurer. Bekannt wurde er durch eine 15.000 km Solo-Fahrradtour durch Afrika. Aus diesen Erfahrungen macht er eine Keynote, die nahbar bleibt und direkt in deinen Arbeitsalltag trifft.
Viel bewegt sich, wenig wirkt sicher, und du sollst trotzdem klar entscheiden. Anselm zeigt, wie du Orientierung findest, ohne auf perfekte Bedingungen zu warten. Du lernst, wie Vertrauen entsteht, damit Veränderung im Team nicht blockiert. Du nimmst Resilienz als innere Stabilität mit, statt nur länger durchzuhalten. Du verstehst, wie Mut wächst, wenn du die Komfortzone verlässt und handlungsfähig bleibst. Du bekommst Impulse, wie Gemeinschaft trägt, wenn es komplex wird. Du gehst mit einem klareren Blick raus und einem nächsten Schritt, der passt.
Weniger Meetings.
Mehr Ergebnis.
Tim Haas ist Gründer von ignition teams und Mentor für digitale Transformation.
Meetings füllen Kalender – aber bringen sie auch Ergebnisse? Diese Session bringt einen Impuls, wie Entscheidungen, Abstimmung und Transparenz auch ohne klassische Meetings funktionieren. Im Fokus stehen klare Zuständigkeiten, sinnvolle Rahmenbedingungen und zeitgemäße Formen der Zusammenarbeit, die wirklich voranbringen.
Mitarbeiter in der Multiprojektumgebung: Weniger Überforderung.
Mehr Fokus.
Mara Bühler ist Teamlead Mentoring & Strategische Geschäftsfeldentwicklung.
Viele Mitarbeitende arbeiten parallel in mehreren Projekten – und sollen dabei jederzeit den Überblick behalten. Diese Session zeigt, warum es oft nicht leicht ist den Überblick zu behalten und es selten ein individuelles Problem ist, sondern häufig aus organisationalen Strukturen entsteht. Im Blickfeld stehen klare Leitplanken, die Orientierung geben und es Mitarbeitenden ermöglichen, Prioritäten zu setzen und wirksam zu arbeiten.
Was kann ich überhaupt weg lassen?
Maria Haas ist Geschäftsführerin von ignition teams und Mentorin für digitale Transformation.
In dieser Session schauen wir ganz bewusst kritisch auf ein paar Vorgehensweisen, die sich breit etabliert haben. Wann helfen To Do Listen und wann können Sie sogar kontraproduktiv sein? Wie schaffe ich es wieder einen Fokus hinzu bekommen und wo hilft und wo hindert der Anspruch Perfektion? Wo müssen wir in der Selbstorganisation auch im beruflichen und privaten umdenken, damit wieder eine produktive Leichtigkeit entsteht? Mit dabei ein Impuls mit Best Practices aus einer Organisation die viele Projekte gleichzeitig bearbeitet.
Weniger IT? Welche Infrastruktur wir wirklich noch brauchen – und was Multi‑Cloud uns abnimmt.
Marc Winter ist Senior IT Architekt und Mentor digitale Transformation
Viele Organisationen tragen eine gewachsene IT‑Landschaft mit sich herum, die mehr Belastung als Nutzen bringt. Zu viele Server, zu viele Abhängigkeiten, zu viele Sonderlösungen. Minimal IT bedeutet: Auf das Wesentliche reduzieren. Weg von Infrastruktur‑Ballast, hin zu Diensten, die sich selbst skalieren, sichern und aktualisieren. Wir diskutieren, wie Multi‑Cloud‑Architekturen Komplexität reduzieren können, Risiken verteilen und die IT von administrativen Tätigkeiten befreien – damit wieder Zeit für Innovation, Sicherheit und echte Wertschöpfung bleibt.
Weniger Tools. Mehr Führung. Warum Führung heute nicht mehr Methoden braucht, sondern mehr Klarheit.
Mario Cristiano ist Leadership-Experte und Begleiter für Führungskräfte
Warum reagieren Organisationen auf Komplexität mit immer mehr Frameworks, Trainings und Tools – statt mit besserer Führung? Oft entsteht dabei eine regelrechte Methodeninflation, die im Alltag eher zusätzliche Komplexität schafft als echte Orientierung. Führung wird schnell zum Einsatz von Instrumenten, obwohl es im Kern um Haltung, Klarheit und Verantwortung geht. In dieser Session werfen wir gemeinsam einen Blick darauf, was Führung wirklich wirksam macht – jenseits von Tools und Modellen – und worauf wir bewusst verzichten können.
Was gute Führungskräfte bewusst weglassen.
Welche Projekte sollten Führungskräfte konsequent stoppen? Was gehört dauerhaft von der Agenda gestrichen? Diesen Fragen gehen wir in dieser Session gemeinsam auf den Grund. Im Fokus steht der Mut zur Klarheit und die Erkenntnis, dass wirksame Führung oft dort beginnt, wo Dinge bewusst nicht weiterverfolgt werden.
Wir digitalisieren - aber führen noch wie früher.
Markus Klemm ist Berater für Personal- und Organisationsentwicklung bei der Handwerkskammer Freiburg
Wir haben in den letzten Jahren massiv digitalisiert – neue Tools, mehr mobiles Arbeiten, neue Prozesse. Aber führen wir eigentlich anders als früher? Oder anders gefragt: Sind wir als Führungskräfte heute manchmal selbst der Engpass? In der Session schauen wir genau darauf: Was Digitalisierung wirklich für Führung bedeutet – und wo es im Alltag hakt.
Maria Haas
&
Mara Bühler
Tools weglassen? Macht es Sinn zu verschlanken und wenn ja, wie gelingt es?
Immer mehr Apps, Software und Tools kommen dazu, aber fallen für die Anwender auch welche weg? Und ist das überhaupt möglich? Und wenn ja, was? In dieser Session gibt es einen Impuls und eine Diskussion, mit welcher Methodik und Sichtweise man erkennen kann, welche Software ersetzt werden kann bzw. welche überflüssig wird. Wie gelingt es die Anwender auf diesem Weg der Veränderung mitzunehmen und wie kann mit kleinen wirksamen Hebeln statt großer Umbrüche eine klarere, einheitlichere und reduziertere Arbeitsweise im Alltag gelingen.
Nachhaltig Wohnen & Arbeiten – die zentralen Prinzipien.
Stefan Kudermann ist Mitinitiator des Zentrums Holzbau Schwarzwald und Projektentwickler mit tiefen Wurzeln im Handwerk und in der regionalen Baukultur.
Was bedeutet nachhaltiges Wohnen und Arbeiten wirklich – jenseits von Schlagworten? In dieser Session geht es um konkrete Ansätze wie Sanierung statt Neubau, ressourcenschonenden Holzbau und die Wiederverwendung von Materialien. Diskutiert wird auch, warum Mehrfamilienhäuser und gemischte Nutzungen oft nachhaltiger sind als Einfamilienhäuser. Im Mittelpunkt stehen praxisnahe Fragen: Wo liegen die größten Hebel, was funktioniert bereits – und was können wir heute schon anders machen? Die Session lebt vom Austausch und von Beispielen aus der Praxis.
Fabian Delong
&
Julian Möntenich
Versteckte Ressourcenpotentiale in Unternehmen - gemeinsam mehr Effizienz entdecken
Ressourcen sind knapp und teuer – doch wie wird aus dem Buzzword "Nachhaltigkeit" echte Effizienz? Diese Session liefert praxiserprobte Ansatzmöglichkeiten, um Material und Energie im Unternehmen intelligenter einzusetzen. Im Fokus stehen smarte Prozesse, spannende Einblicke in das KEFF+ Projekt und direkte Stellschrauben, die sich sofort anwenden lassen.
Weniger Personal. Mehr Wirkung? Kann KI helfen,
den Personalmangel zu bewältigen?
Marie-Fee Natonek arbeitet bei der Projektpartner Oberrhein GmbH an Innovation und Digitalisierung und befähigt Mitarbeitende in Kommunen, Unternehmen und Organisationen, KI niedrigschwellig und praxisnah zu nutzen.
Viele Organisationen kämpfen mit offenen Stellen, der ausscheidenden Boomer-Generation, wachsender Arbeitslast und begrenzten Ressourcen. Gleichzeitig entwickelt sich KI rasant weiter. Doch was davon hilft wirklich im Alltag? In diesem 90-minütigen Design Thinking Sprint denken wir Organisation neu: Welche Aufgaben könnte KI tatsächlich übernehmen? Was würde sich verändern – in Teams, Prozessen und Rollen?
Der Fokus liegt dabei auf dem Lösungsraum. Gemeinsam entwickeln wir Ideen, wie Arbeit anders organisiert werden kann, wo KI sinnvoll unterstützen könnte – und welche Aufgaben vielleicht ganz wegfallen sollten. In kurzen, intensiven Arbeitsphasen sammeln wir zunächst viele Ansätze, wählen vielversprechende Ideen aus und übersetzen sie in erste Prototypen: neue Abläufe, Rollen oder KI-gestützte Arbeitsweisen. Das Ziel: konkrete Ansätze für Organisationen, die mit weniger Personal mehr Wirkung erzielen wollen.
Der virtuelle Mitarbeiter - wo entlastet er konkret?
Tobias Massar Customer-Successmanager und Mentor für digitale Transformation
KI unterstützt Arbeit dort, wo sie unnötig Zeit bindet: Informationen zusammentragen, Inhalte vorbereiten, Anfragen einordnen oder nächste Schritte vorschlagen. Agenten übernehmen diese Vorarbeiten im Hintergrund und sorgen für Kontext, Struktur und Tempo. Entscheidungen bleiben beim Menschen – mit weniger Aufwand und mehr Fokus auf das Wesentliche.
Weniger Abhängigkeit. Mehr Souveränität.KI nutzen, ohne Daten aus der Hand zu geben.
Sarah-Ellen Rakover ist Geschäftsführerin GHJ GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Rechtsberatungsgesellschaft, Rechtsanwältin, Co-Leitung KI-Team GHJ Gruppe.
Diese Session gibt einen Einblick, wie eine Steuerberatungs-, Wirtschaftsprüfungs- und Rechtsberatungskanzlei-Gruppe ihren individuellen Weg zu einer internen LLM-Lösung auf eigener Serverinfrastruktur beschreitet – berufsrechtskonform und datensouverän. Der Impuls zeigt, was möglich wird, wenn Organisationen nicht auf Standardlösungen warten, sondern selbst tragfähige Antworten entwickeln.
Vom Datei-Friedhof zur lebendigen Zusammenarbeit: Entlastung der IT und Agilität für die Organisation
File-Server erzeugen Abhängigkeiten: Die IT wird zum Ordnerarchitekt, Supportzentrum und Konfliktlöser. Mit M365 ändert sich das Spiel. Teams übernehmen Verantwortung für ihre eigenen Arbeitsbereiche, Prozesse werden schlank, Zusammenarbeit wird sichtbar – und die IT kann sich wieder auf Sicherheit, Strategie und Innovation konzentrieren. Dieser Beitrag zeigt anhand praktischer Beispiele, wie Organisationen durch den Umstieg echte Entlastung schaffen und gleichzeitig ihre Arbeitskultur modernisieren.
Weniger Wissensverlust - Mehr Kontinuität.
Adriane Diener ist Mentorin für digitale Transformation.
Viel Wissen in Organisationen ist an Erfahrung und Personen gebunden. Der Vortrag zeigt, wie dieses Wissen mit vorhandenen Mitteln sichtbar und nutzbar gemacht werden kann – eingebettet in den Arbeitsalltag. Im Mittelpunkt steht, wie Abteilungen ihr Wissen laufend festhalten und pflegen können, sodass es Teil des Arbeitsalltags wird und nicht an einzelne Personen gebunden bleibt.